Zungenbrennen, Lippenbrennen, Mundtrockenheit



Beim sogenannten "Zungenbrennen" (oder "Burning Mouth Syndrom" oder "Glossodynie") leiden Patienten unter einem ziemlich unangenehmen, in den meisten Fällen beidseitigen Brennen der Zunge, oft auch nur der Zungenspitze. Sollten in letzterem Fall noch Zähne vorhanden sein, muß man in diesem Zusammenhang daran denken, daß möglicherweise in der Nacht die Zunge an die unteren Zähne gepreßt wird. Meistens sind Frauen betroffen, während beim "Lippenbrennen" (oder "burning lips-Syndrom") überwiegend bei Männern auftritt. Beim "Lippenbrennen" sind die kleinen Speicheldrüsen der Lippe funktionsuntüchtig. Hier schafft eine lokale Cortisontherapie Abhilfe.

Nicht ganz so einfach sind die Therapiemöglichkeiten des eingangs erwähnten "Zungenbrennens", das häufig gekoppelt mit dem Phänomen der "Mundtrockheit" (sog. "Xerostomie") auftritt.

Sollten mikrobielle Schleimhautinfektionen die Ursache sein, sind entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten, also eine entzündungshemmende und vor allem antimikrobielle Therapie.

Wenn im Laufe des Lebens der Speichel dickflüssiger wird, da das Ptyalin ab- und das Mucin zunimmt, und dadurch die Schleimhaut austrocknet, sind speichelflussfördernde Medikamente und auch Kunst- oder Ersatzspeichel einzusetzen, Maßnahmen, die zumeist sehr gut vertragen werden.

Bei Patienten, die einer Strahlentherapie unterworfen sind, wird gerne Pilocarpin verschrieben, ebenso bei einer seltenen Autoimmunkrankheit, dem sog. Sjögren- oder Sicca-Syndrom.

Wenn im Rahmen der Einnahme anderer Medikamente die lästige Mundtrockenheit auftritt, bringt eventuell eine andere, die Grundkrankheit ebenso erfolgreich bekämpfende Therapie Abhilfe der Mund- und Zungenbeschwerden. Selbstverständlich muß hier der behandelnde Arzt der Grundkrankheit beigezogen werden.

Doch was ist zu tun, wenn keinerlei Ursache gefunden werden kann? In diesen Fällen wird ein neuropathische Entstehungsmechanismus angenommen, und tatsächlich spricht hier ein Medikament an, das weltweit als "Clonazepam" bekannt und ist. In Österreich ist es als "Rivotril" in der Apotheke auf Rezept erhältlich.

Nur eine gründliche Befunderhebung der Beschwerden, oft auch eine internistische Untersuchung bringen diagnostische Klarheit, und erst dann kann eine erfolgreiche Therapie gesucht und gefunden werden.