Zurück zur Anfangsseite

 

Die Ernährungspyramide

Seit einigen Jahren wird die Zusammensetzung unserer Ernährung gerne bildlich dargestellt, und zwar in Form einer Ernährungspyramide:

 

Vollkornprodukte sollte also die Basis der Ernährung darstellen, gefolgt von Obst und Gemüse. Deutlich weniger Nüsse, Samen und Pflanzenöle, abermals weniger von Milchprodukten, und ganz wenig Torten und andere Süßwaren runden die Zusammensetzung einer gesunden Ernährung ab.

Entwicklungsgeschichtlich ist der Homo sapiens auf die Bewältigung von Mangelsituationen „konstruiert“. Nach einer üppigen Mahlzeit (wenn ein Tier erlegt wurde) gab es tage- oder wochenlang nichts zu essen. Nahrungsknappheit gehört jedoch schon lange der Vergangenheit an, und daher kommt es zu einer kontinuierlichen Erhöhung des Anteils an Übergewichtigen. Diese Entwicklung wurd durch die zunehmende Verminderung der körperlichen Aktivität verstärkt.

Übertriebene Einschränkungen sind vom ernährungswissenschaftlichen Standpunkt abzulehnen, denn Genuss, richtige Ernährung und Wellness gehören zusammen.

Zu einem Lebensstil, der gutes Aussehen, Energie und Tatkraft erhalten soll, gehört immer auch eine Portion körperliche Betätigung.

Übergewicht beruht in vielen Fällen auf Bewegungsmangel. Falsche Diäten verschärfen das Problem oft noch, da der Betreffende sich müde und ausgelaugt fühlt. Besser ist es, durch sportliche Aktivitäten für eine gute Fettverbrennung zu sorgen. Regelmäßige Bewegung erhöht zudem den Grundumsatz, das heißt, die im Ruhezustand verbrauchte Energiemenge steigt. Damit kann mehr Energie zugeführt werden, ohne gleich in Körperfett abgelagert zu werden. Kohlenhydratreiche Kost sorgt darüber hinaus für rasche Power und hält frisch und ausgeglichen, ohne die Energiebilanz übermäßig zu belasten.

Obst und Gemüse enthalten eine Vielzahl von lebenswichtigen Bausteinen. So genanntes Functional Food und Wellness-Produkte sollen durch maßgeschneiderte Ergänzung mit Vitaminen, Mineralstoffen und anderen gesundheitsfördernden Substanzen wie sekundäre Pflanzenstoffen Abhilfe schaffen. Allerdings verträgt das functional food auch nicht unbedingt jeder. Joghurt mit vermeintlich verdauungsfördernden Bakterienkulturen landet im Dünndarm, wo die Mikroorganismen bei manchen Patienten Schaden anrichten können.

Rohkost, Vollkorn und Milch gelten gemeinhin als besonders gesunde Kost, werden allerdings nicht von jedem Mensch vertragen. Eine vermeintlich gesunde Ernährung kann auch zum Stoffwechselproblem werden. So kann im Extremfall etwa auch das so genannte functional food die Verdauung ruinieren und Süßstoff sogar Depressionen auslösen.

Für den einen bekömmlich, für den anderen krankmachend
Sodbrennen, Bauchkrämpfe, Blähungen und Durchfall, permanente Müdigkeit, Migräne, Akne oder Arthritis, sogar Menstruationsbeschwerden und Depressionen können die Folge einer nur vermeintlich gesunden Ernährung sein, die in Wirklichkeit nicht vertragen wird. So genannte Nahrungsmittelunverträglichkeiten betreffen ein Fünftel der Bevölkerung! Die meisten der Betroffenen wissen gar nicht, dass der Ursprung vieler ihrer chronischen Leiden in einer Intoleranz gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln liegt.

Solche Nahrungsmittelunverträglichkeiten dürfen keinesfalls mit mit Nahrungsmittelallergien verwechselt werden. Eine Allergie eine Folge der Überreaktion unseres Immunsystems auf die Nahrung.

Als Ratgeber ist das Buch Gesund essen, trotzdem krank zu empfehlen,
von Autor Ledochowski, Verlagshaus der Ärzte, 160 Seiten, EUR 14,90. Bei vielen Patienten lassen sich chronische Krankheiten auf ein Verdauungsprobleme zurückführen. Try and find out!


Weit verbreitete Milchunverträglichkeit
Im Dünndarm sollen unter anderem Fructose, also Fruchtzucker, und Laktose, Milchzucker, verarbeitet und resorbiert werden. Dazu ist ein chemischer Stoff namens Glucose-5-Transporter notwendig, der die Aufnahme von Fruchtzucker über die Schleimhaut erst möglich macht. Dieser Transportmechanismus ist bei mindestens einem Drittel der Bevölkerung gestört: Fructose kann nicht ausreichend oder gar nicht aufgenommen werden und gerät so in den Dickdarm, wo sie nicht hingehört und nun bakteriell abgebaut werden muss.
Bei Laktoseunverträglichkeit treten die gleichen Beschwerden ein. Nur besteht hier kein Transportdefekt, sondern ein Mangel an dem Enzym Laktase. Während Säuglinge und Kleinkinder reichlich von dem Enzym haben, um die Laktose der Muttermilch abbauen zu können, verschwindet Laktase mit dem Alter zusehends. Eine Milch-Unverträglichkeit ist daher weiter verbreitet als man glaubt. Es kann zu lästigen Blähungen kommen. Während gut die Hälfte der Betroffenen an keinerlei Beschwerden leidet, weil ihre Dickdarmflora mit unverdauten Zucker-, Eiweiß- und Fettmolekülen zurecht kommt, beginnen bei den anderen zirka zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme die ersten Probleme. Die körpereigenen Darmbakterien zersetzen die Nahrungsverbindungen in Wasserstoff, kurzkettige Fettsäuren, Kohlendioxid, Methan und Alkohole. Die Folge: Das CO2 verursacht massive Blähungen, die Fettsäuren sorgen für Durchfall und die Alkohole belasten Leber und Gehirn.

So kann es zu Depressionen und Migräne nur durch falsches Essen kommen!

Migräne
Die Bakterien im Dünndarm lösen aus den Aminosäuren kleine, biologisch aktive Stücke heraus, die dem bekannten Histamin ähneln. Menschen, die unter Histaminunverträglichkeit leiden und diese Substanz nicht abbauen können - übrigens ebenfalls eine Stoffwechselstörung - reagieren mit Durchfall, allergischen Reaktionen und Migräne.

Depressionen
sind unter anderem die Folge einer verminderten Resorption der essenziellen Aminosäure Tryptophan. Durch den Mangel an Tryptophan im Blut wird das Glückshormon Serotonin nicht mehr in ausreichender Menge erzeugt. Als beste Hilfe ist eine Ernährungsumstellung angesagt. Jene Substanzen, die Probleme bereiten, müssen konsequent vom Speiseplan gestrichen werden.

Eine einheitliche, für alle Menschen gesunde Ernährungsform gibt es nicht. Kein Mensch ist wie der andere. Das gilt vor allem für die Verdauung und Ernährung.

 

Zum Anfang dieser Seite   Zurück zur vorigen Seite