Fissurenversiegelung


Das Kariesrisiko der Zähne beginnt sofort nach ihrem Durchbruch in die Mundhöhle. Und das gerade in einem Lebensalter, in dem man eine optimale Zahnpflege nur sehr schwer durchsetzen kann.

Es liegt auf der Hand, das Prinzip eines Schutzlackes (wie etwa bei der Fußbodenversiegelung) zu übertragen. Im biochemischen Sinn hinkt dieser Vergleich zwar etwas, aber letzten Endes es auf dasselbe hinaus.

Die Kauflächen der Molaren weisen kleine Vertiefungen auf. Diese sind unterschiedlich stark ausgeprägt und können bis zu fünf Millimeter in die Tiefe reichen. Diese eine Verdünnungslinie des Schmelzmantels nennt man Fissuren.

Und es sind gerade diese Fissuren, die sich schwer reinigen lassen und daher anfällig für die Entstehung der Karies sind. Wie kann man dieser Fissurenkaries vorbeugen?

Dazu bedienen wir uns eines Schutzlackes, der auf die noch gesunden (!) und vorher gereinigten Fissuren aufgetragen wird und diese vor den Anlagerungen der säurehaltigen Stoffwechselprodukte der mundeigenen Bakterien schützt. Chemisch sind es extrem dünnflüssige Kunststoffe (Composite), die durch Licht zur Aushärtung gebracht werden.

Fluoride verhelfen zwar an den Glattflächen des Zahnes zu einem deutlichen Kariesrückgang von 60 bis 80 Prozent, haben aber (fast) keine Wirkung bei Fissuren.

Daher muß man einen Schutzlack aufbringen, damit man einen speichel- und bakteriendichten Verschluss des Fissurenbodens erzielt. Dieser Schutzlack ist gleich hell oder ein wenig heller als der Zahn und fällt farblich praktisch nicht auf.

Doch Achtung: Bei Kariesrisiko-Kindern ist die Fissur schon während der Durchbruchphase kariös verändert, eine Erweiterung indiziert und somit eine frühzeitige Versorgung problematisch.

Man muß die Zähne zwar trotzdem in regelmäßigen Abständen kontrollieren, aber für die nächste Zeit braucht man sich keine Sorgen zu machen.