| In der unten
genannten aktuellen Studie wurde nachgewiesen, dass parodontale
Läsionen Nistplätze für
Cytomegalie- und Epstein-Barr-Viren sind.
Bislang galt es als gesichert, dass das Hauptreservoir
für Herpesviren im Speichel das Speicheldrüsengewebe und
die Epithelzellen der Ausführungsgänge sind. Speichel
kann bei infizierten Individuen also periodisch Herpesviren enthalten
und dient so als Vehikel zur Transmission
von einer Person zur anderen.
Bei bestimmten Formen der Parodontitis gibt es auch hohe Herpesvirenladungen
in der parodontalen Tasche zu finden sind, die das Speichelreservoir
an Viren nähren.
HCMV- und EBV-Infektionen sind vor
allem bei immunschwachen Menschen (HIV-Patienten,
Patienten nach Organtransplantation) gefürchtet,
dort verursachen sie schwerste Krankheitsbilder und tragen zur Onkogenese
bei. Als Herpesviren werden sie während der Erstinfektion sowie
in Episoden der Reaktivation von einer auf die andere Person übertragen.
Auch eine Übertragung in utero ist möglich: HCMV ist in
der Schwangerschaft die Hauptursache infektiöser Komplikationen
und daraus resultierender Fehlbildungen des Babys.
Als Transmitter-Medium dient der
Speichel!
Als Vermeidung von Infektionen ist
eine penible Zahnpflege ebenso wichtig wie eine professionelle Pardontoseprophylaxe
durch den Zahnarzt!
Eine Behandlung de Pardontitiden brachte bei allen Patienten eine
signifikante Verminderung der Virenlast im Speichel mit sich! Der
Persistenz von HCMV- und EBV-Viren im Mund kann durch eine Parodontal-Therapie
entgegengewirkt werden. So lässt sich eine
wichtige Infektionsquelle für Herpesviren im Speichel ausschalten.
Saygun I, et al.: Periodontitis lesions are a source
of salivary cytomegalovirus and Epstein-Barr virus; J Periodont
Res 2005 (40): 187-191
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