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Der Amerikaner Dr. Andrew Still, 1828–1917,
versuchte die Grenzen der Medizin zu erweitern. Alle Gewebe
im Körper sind zueinander beweglich: Muskeln, Sehnen, Gelenke,
Blut, Verdauung, Atmung, usw. |
Und alle diese andauernd stattfindenden kleinen Bewegungen sind
harmonisch aufeinander abgestimmt, dies reguliert der Körper
selbst. Dabei tut er sich insoferne leicht, als Struktur und Funktion
von der Natur ideal konstruiert sind. Zumindest solange der Organismus
gesund ist. Bei krankhaften Veränderungen kann die Störung
des einenen Systems auch andere, gesunde Teile in Mitleidenschaft
ziehen. All dies geschieht ohne dass wir das wahrnehmen oder dass
es zu Schmerzen käme.
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Die Ausgleichsfunktion des Körpers ist allerdings
irgendwann einmal erschöpft. Und dann genügt ein kleiner
Störfaktor, etwa ein kleiner Unfall oder eine Kränkung,
also eine Beeinträchtigung der Psyche, und es kommt zu
einer scheinbaren Überreaktion des Körpers. |
In Wirklichkeit war es nur der berühmte Tropfen, der das Faß
zum Überlaufen gebracht hat.
Dazu ein Beispiel: Ein gesundes Kind wird das Tragen einer Zahnspange
gut vertragen. Wenn allerdings schon skeletale Fehlstellungen vorhanden
sind, die dauernd ausgeglichen werden müssen, oder wenn eine
kleine und noch nicht erkennbare Beeinträchtigung eines inneren
Organs vorliegt, kann das Kind durch das Kieferregulierungsgerät
mehr gestört werden als man erwarten möchte.
In diesem Fall ist der Osteopath gefragt, der Störungen aufspürt,
durch Massage Impulse setzt und dem Körper helfen soll, Funktionsstörungen
zu beheben.
Eine Sonderform ist die Craniosacrale Osteopathie. Die Schädelknochen
stehen durch die Gehirnhäute und Rückenmarkshäute
und über die Wirbelsäule mit dem Kreuzbein in Verbindung.
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William Gardner Sutherland, 1873–1954, ging
davon aus, dass es eine Dynamik gibt, die er als craniosacralen
Rhythmus oder als Primären Atmungsmechanismus bezeichnete.
Dieser ist unabhängig vom Herz- und Atemthythmus und beeinflusst
benachbarte Organe über die bindegewebigen Verbindungen.
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Der Craniosacral-Therapeut ertastet diesen Rhythmus, prüft,
ob er symmetrisch ist und spürt Blockaden auf.
Grundsätzlich nimmt der Osteopath nicht wie der Sportmasseur
eine direkten Einfluss auf den Körper, er versucht mit seinen
Impulssetzungen lediglich, Selbstheilungsprozesse zu fördern.
Der Osteopath wird nicht nur bei Erkrankungen des Bewegungsapparates,
sondern auch bei Kopfschmerzen, Stirnhöhlenentzündungen,
Tinnitus, und eben auch bei Schwierigkeiten beim Tragen von Zahnspangen
konsultiert. In einigen Ländern werden Osteopathen an der Universität
ausgebildet (Promotionsstudium), bei uns in Österreich sind
es Heilmasseure mit einer Zusatzausbildung, die etwa ein halbes
Jahr, verteilt auf insgesamt fünf Jahre dauert, sodass der
Lernende stufenweise an sein Ziel herangeführt wird.
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