Strahlenbelastung beim Zahnarzt


Fast 20 % aller Röntgenbilder, die man als Patient im Laufe seines Lebens abbekommt, werden vom Zahnarzt geschossen. Ist das nicht etwas zu viel?

Die Strahlenbelastung macht allerdings nur 0,1 % der Röntgenaufnahmen aus! Denn wir brauchen in der Zahnheilkunde nur eine minimale Menge von Röntgenstrahlen und auch nur einen sehr kleinen Strahl, der ja nur wenige Zähne erfassen muss.

Die mittlere Belastung durch alle medizinische Maßnahmen beträgt pro Jahr und Person insgesamt etwa 2 Millisievert (mSv), die natürliche Umgebungsbelastung liegt dagegen bei 2,4 mSv pro Person und Jahr. Nimmt man die Strahlenbelastung durch eine Zahnfilmaufnahme im Mundbereich, so beträgt die direkte Belastung auf der Hautoberfläche etwa 0,015 mSv und die (genetisch kritischere) Einwirkung im Bereich der Fortpflanzungsorgane bei korrektem Strahlenschutz nur noch 0,0003 mSv.

Ausserdem gibt es auch eine natürliche Radioaktivität (etwa in der Bergen), die sogar stärker sein kann als ein Zahnarzt-Röntgenbild!

So errechnen Sie Ihre natürliche Strahlenbelastung

Alle Zahlenangaben in mSv (Millisievert)

Meeresniveau:
0,25 mSv Belastung durch kosmische Strahlen;
0,005 mSv Belastung durch terrestrische Strahlung

Kosmische Strahlung:
250 m Höhe: 0,3 mSv
2000 m Höhe: 0,6 mSv
4000 m Höhe: 1,5 mSv

Terrestrische Strahlung:
1 bis 2 mSv Belastung

KST= Kalk, Sand, Ton
GG=Granit, Gneis

Zur Errechnung der Strahlenbelastung sind die Werte der kosmischen und der terrestrischen Belastung zusammen zu zählen. Die terrestrische Belastung spielt auf Meeresniveau kaum eine Rolle, bei einem Granit- oder Gneis-Boden (wie teilweise in Westösterreich) ist deutlich höher als bei einem Boden aus Kalk-, Sand- oder Ton (wie vielfach in Ostösterreich).

 

So errechnen Sie Ihre Flugreisen-Strahlenbelastung

Auch Flugreisen stellen eine gewisse Belastung dar. Sollten Sie eine Fernreise planen, können Sie sich die Strahlenbelastung ausrechnen lassen: Bitte klicken Sie auf http://www.gsf.de/epcard/deu_start.php. Ein Flug in die USA und zurück bringt eine Strahlenbelastung von 6µSv oder 0,006 mSv. Dies entspricht der Strahlenbelastung im Fortpflanzungsbereich bei korrektem Strahlenschutz von etwa 20 Zahnfilmaufnahmen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ein massvoller Einsatz zahnärztlicher Röntgenaufnahmen keine nennenswerte Strahlenbelastung verursacht.

Eine allzu übertriebene Angst vor Röntgenstrahlen ist nicht angebracht. Man muss in diesem Zusammenhang auch daran erinnern, dass es zu Heilzwecken auch eine sogenannte Röntgenschwachbestrahlung gibt, die (ausserhalb der Zahnheilkunde) bei einigen Krankheiten mit Erfolg eingesetzt werden, wie zum Beispiel bei Tennis-Ellbogen, Arthritis, Arthrose, Sehnenscheidenentzündung, Fersensporn (sowohl calcanear als auch plantar), Epicondylitis, einigen seltenen Hauterkrankungen, Epicondylitis, Gynäkomastia vera etc. Auch Aufenthalte im Gasteiner Heilstollen, in dem das radioaktive Gas Radon eingeatmet wird, bringen vielen Patienten eine Linderung ihrer rheumatischen Beschwerden bzw. verhelfen sogar zur gänzlichen Beschwerdefreiheit.